Jüngste Studien, unter anderem von der Hans-Böckler-Stiftung, zeigen, dass in Deutschland Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Der Lohnunterschied liegt bei sagenhaften 23%, wobei sich zeigt, dass Deutschland hier im Vergleich mit den anderen Mitgliedsstaaten der EU auf einen der hinteren Plätze landet. „Die aktuelle Situation, mit den drastischen Einkommensunterschieden, ist ein Armutszeugnis für die deutsche Wirtschaft, die sich freiwillig dazu verpflichtet hat, diese Unterschiede zu reduzieren“, merkt die Kasseler Juso-Vorsitzende Sabine Wurst an. Für die Kasseler Jusos ist deshalb die Marschroute klar: Die Ursachen für den Lohnunterschied gehören behoben.

Der Equal Pay Day am 26. März 2010 ist daher für die Kasseler Jusos Anlass erneuter Anlass auf diese Ungleichbehandlung von Frauen und Männern hinzuweisen. Die Kasseler Jusos haben bereits im Frühjahr 2009 folgende Forderungen formuliert: Wir brauchen einen gesetzlichen, allgemeinverbindlichen Mindestlohn von mindestens 7,50 €, der das Lohndumping und diese Lohndiskriminierung verhindert. Wir brauchen geschlechtsneutrale Tarifverträge und eine Neubewertung von Arbeit. Die Arbeit mit Menschen z.B. im Pflegebereich muss endlich besser entlohnt werden.

Frauen sind in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Freiwillige Vereinbarungen helfen hier nicht weiter, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Deswegen brauchen wir eine gesetzliche Quotenregelung für Frauen in Führungspositionen und ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Auch muss Erwerbs- und Familienarbeit gerecht verteilt werden. Deswegen brauchen wir eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung, eine gebührenfreie Kinderbetreuung von Anfang an und eine Elternzeit, die zwischen den Elternteilen gleich aufgeteilt wird.