Die Kasseler Jusos demonstrierten am Donnerstag für den barrierefreien Umbau der Altmarkt-Kreuzung

Die Kasseler CDU rief an diesem Donnerstag zu einer Demonstration gegen den geplanten barrierefreien Umbau der Altmarkt-Kreuzung auf. Auch die Kasseler Jusos waren vor Ort, allerdings nicht um gegen, sondern für den geplanten Umbau zu demonstrieren!

Die jetzige Situation am Altmarkt ist für Menschen mit Gehbehinderung, Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen, Fahrradfahrerinnen und -fahrer, sowie für alle Fußgängerinnen und Fußgänger eine Zumutung. Bisher ist der Altmarkt nur über die unterirdischen Tunnel zu „unterqueren“. Die Zugänge zu den Tunneln sind nicht an allen Stellen barrierefrei, zudem ist die Unterführung nicht sehr einladend. Deshalb unterstützen die Kasseler Jusos den geplanten Bau von oberirdischen Überwegen. Auch den CDU-Vorschlag zum Bau von vier Fahrstühlen lehnen wir ab. Eine solche Lösung ist nicht nur teuer, sondern auch nicht benutzerfreundlich. Analog zu vielen Bahnhöfen, würde sich auch am Altmarkt auf Dauer ein Bild von verschmutzten und defekten Fahrstühlen bieten.

Dass ausgerechnet die Kasseler CDU zu dieser Demonstration aufrief, hat zudem besondere Brisanz: Hat doch gerade ihr ehemaliger Baudezernent Witte die jetzigen Umbaupläne maßgeblich mitgestaltet. Außerdem gibt es bereits eine Finanzierungszusage der CDU-geführten Landesregierung. Schließlich war es gerade das Land Hessen, das ausdrücklich oberirdische Überwege für einen besseren Zugang zum Finanzzentrum forderte.

Nach der verheerenden Wahlniederlage der Kasseler CDU bei der Kommunalwahl, in der sie ohne inhaltliche Visionen auftrat, scheint es, als bauen die Kasseler Christdemokraten bei ihrer Erneuerung auf alt-bewährtes: Die Auto-Lobby. Ein paar Sekunden länger an einer roten Ampel stehen, wird so schnell zum Untergang des westlichen Lebensstil. „Freie Fahrt für freie Bürger“ statt barrierefreie Überwege für Mobilitätseingeschränkte ist das Motto der CDU. Auch wenn es ihr offiziell natürlich auch um eine CO2-Reduzierung geht. Vielleicht sollten wir den Altmarkt einfach seiner ursprünglichen Bestimmung zuführen und aus ihm einen innerstädtischen Marktplatz machen, auf dem Autos dann gar nichts mehr zu suchen hätten. So würden wir dem Klima wahrscheinlich mehr helfen als durch den Bau von vier Fahrstühlen!