Unterbezirkskonferenz der Kasseler Jusos: Inhaltliche Beratungen und Vorstandswahlen

Am Samstag trafen sich die Kasseler JungsozialistInnen zu ihrer jährlichen Unterbezirkskonferenz. Auf der Tagesordnung stand neben der Beratung vieler inhaltlicher Anträge auch die Wahl des neuen Unterbezirksvorstandes. Neuer und alter Vorsitzender ist Johannes Gerken (22), der einstimmig für ein weiteres Jahr von den Jusos zum Unterbezirksvorsitzenden gewählt wurde. Er wird dabei von einem Vorstandsteam unterstütz, das sich aus den beiden bisherigen Vorstandsmitgliedern Diana Beifordt (24) und Carolin Arbter (17), sowie den beiden neuen Vorstandsmitgliedern Julian Steiner (25) und Stephan Gerhold (23) zusammensetzt.
Hauptthema der behandelten Anträge war die Bildungspolitik. So diskutierten die Kasseler Jusos über die kommunalen Voraussetzungen für eine gute Hochschulentwicklung der Kasseler Universität. Dabei formulierten die JungsozialistInnen die Forderungen, dass die Stadt Kassel über ihr Tochterunternehmen GWG dafür Sorge tragen muss, dass ausreichend günstiger Wohnraum für Studierende vorhanden ist. Außerdem gilt es die problematische, seit langem bekannte und immer wieder durch die Jusos kritisierte, Verkehrssituation am Holländischen Platz zu verbessern. Dazu gehört neben der Verbesserung des ÖPNV-Angebots auch die Sperrung der Moritzstraße, die nicht erst seit den begonnenen Bauarbeiten zur Unierweiterung zu einem echten Gefahrenpunkt für FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen geworden ist.
Neben der Hochschulentwicklung berieten die Jusos auch über die seit einiger Zeit geäußerte Idee einer Internationalen Schule für Kassel. So mache es für die JungsozialistInnen zwar auf dem ersten Blick Sinn eine solche Einrichtung auch für Kassel zu fordern, eine genauere Betrachtung fördert allerdings ein anderes Bild zu Tage: „Eine Internationale Schule ist nach unserer Analyse kein geeigneter Beitrag den Kindern aus weltweit mobilen Familien ein an internationalen Standards orientiertes Bildungsangebot zu unterbreiten“, führt Johannes Gerken aus. „Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass hier eine neue Eliteschmiede entstehen soll, die unter dem Label einer internationalen Schule öffentlich besser vermittelbar scheint. Dies sieht man unter anderem an den hohen Schulgeldern, die in der bisherigen Berichterstattung auf 800-1.000€ monatlich kalkuliert werden“, so Gerken weiter. Die Jusos stehen für ein leistungsfähiges staatliches Schulwesen ein, das selbstverständlich auch auf besondere Bildungsbiographien eingehen muss. Eine gesonderte Schule sei hierfür allerdings aus Sicht der Jusos nicht notwendig: „Eine Gesellschaft konstituiert sich vor allem auch über eine gemeinsame Schulerfahrung, deshalb sind Eliteschulen kein Beitrag zur gesellschaftlichen Integration, sondern ganz im Gegenteil Ausdruck gesellschaftlicher Segregation“, begründet Johannes Gerken abschließend die ablehnende Haltung der Kasseler Jusos gegenüber der Gründung einer Internationalen Schule in Kassel.